Hallo liebe Freizeitreiter,

Flug Stuttgart Mallorca, mittlerweile nichts Außergewöhnliches mehr für mich.

Anflug auf Palma de Mallorca

Der Flug geht pünktlich raus und wie angekündigt landen wir kurz vor 13 Uhr in Palma de Mallorca.

Voller Freude steuere ich dem Ausgang zu in Richtung Autoverleih, welcher im Bereich der Gepäckbänder seinen Schalter hat. Dort ziehe ich eine Nummer und schaue nach dem Portemonnaie in meiner Jacke. Welch ein Schreck, kein Portemonnaie in der Jacke. Sofort gehe ich zum Eurowings Lost&Found und reklamiere, dass ich mein Portemonnaie im Sitz F28 vergessen habe. Nach bangen Minuten die Ansage, nichts gefunden. Die Crew hat am angegebenen Ort kein Portemonnaie gefunden. Was nun, Auto abbestellen, denn Kreditkarte und Führerschein sowie ID-Karte etc. sind weg. Kein Geld, keine Papiere und jetzt? Raus aus dem Gebäude und zur Polizei, Verlustanzeige aufgeben und dann Jörg anrufen. Jörg war eine halbe Stunde später am Flughafen um mich abzuholen.

Finca, abseits von jeglichem Trubel.

Ich lade meine Sachen ins Auto steige ein und auf geht’s. Auf der Finca stelle ich fest, dass jetzt auch meine Jacke mit meinem Autoschlüssel und sonstigen Kleinigkeiten fehlt. Welch ein Mist. Ich weiß bis heute nicht, wie das abgelaufen ist, wie es passieren konnte.

So, nun bin ich auf der Finca, ohne Auto, jedoch mit der Schlafgelegenheit im Wohnwagen. Koffer rein, umziehen, Pferde begrüßen. Wie immer, ich rufe und beide kommen mich zu begrüßen. Schön. 

Wie so oft am ersten Nachmittag habe ich einen Spaziergang mit den Pferden unternommen, nicht allzu weit nur ca. 3 km, es war zum ersten Mal seit ich auf die Insel komme warm, richtig warm, bei 32 Grad Celsius im Schatten. 

Ohne Geld ka´Musi. So sagt man bei mir zu Hause. Meine Freunde haben mich mit Geld ausgestattet, die Nachbarin Kerstin hat mich zum Einkaufen gefahren.

Am ersten Abend war Vollmond und wir beschlossen einen Vollmondritt zu machen. Ich sattelte Keks für diese Tour. Wir sind von der Finca in Richtung

Salinen geritten, wollten dann zum Strand. Leider war es bewölkt, sodass die Sicht schlecht war und die Pferde nicht richtig vorwärts gehen wollten. Auf halber Strecke sind wir umgekehrt und haben noch eine Whisky Verkostung durchgeführt. Ohje…

Frühstück auf der Terrasse der Agrikultura.

Neu für mich war die Situation kein Auto zu haben. Jedoch hatte diese auch ihre guten Seiten. Täglich bin ich zum Frühstück geritten, einen Tag mit Keks, den anderen mit Krümel. So haben beide bereits in der Früh, bei moderaten Temperaturen, einige Kilometer mit mir am Rücken zurückgelegt.

Ein Thema war und ist, dass beide nicht richtig stehen bleiben beim Aufsteigen. Um das zu verbessern bin ich mit Krümel auf den Reitplatz gegangen. 

Habe neben Krümel die Aufsteighilfe solange hergetragen, bis er stehen blieb und mich aufsteigen ließ. Von wegen. Sobald ich mit dem linken Bein im

Krümel ganz ruhig sobald man im Sattel sitzt.

Steigbügel stand ist er losgestürmt, als wenn er ein Rennen gewinnen muss. Gut, mit meiner Erfahrung konnte ich ihn stoppen um das rechte Bein über den Sattel schwingen. Mit mir dann im Sattel, war er wieder lammfromm, komisch. Nach einer halben, vielleicht auch einer Stunde intensiver Übungen, Reiten mit Gewichtsverlagerung, Hindernisse umgehen, am langen Zügel geradeaus traben und gehen habe ich Krümel abgesattelt und zurück auf die Koppel gebracht. Es ging auf Mittag zu und es wurde langsam heiß. Trotzdem habe ich noch Keks gesattelt und für ca. eine Stunde Übungen gemacht.

Die Tage verliefen mit je zwei Stunden Training pro Pferde. Am dritten Tag gab es einen Ausritt zu den Salinen. Ich habe wiederum Keks gesattelt. Aufsteigen geht beim Keks ein wenig einfacher. Er bleibt stehen oder auch nicht. In diesem Fall war ich halb oben, da ist er los zu den anderen Pferden, welche ein wenig abseitsstanden.

Nathalie und ihre Gäste sind raus zu den Salinen geritten und ich war mit Keks das Schlusslicht. Keks am Ende der Pferdekolone zu halten ist schwer, er möchte schneller sein als der Trupp. Das ständige Zurückhalten und Kreise reiten hat Keks nicht gefallen. Er musste immer seine Nase in den Hintern des vor ihm laufenden Faruk stecken. Was da geruchsmäßig so großartig war? In der Nähe der Salinen hatte ich noch ein besonderes Erlebnis. In einer schmalen Passage mit Büschen links und rechts hat Keks verweigert. Ich musste Keks zwingen diese Enge zu überwinden. Er machte dann einen mächtigen Satz nach Vorne und zugleich nach Rechts, was mich beinahe aus dem Sattel geworfen hätte. Es ist noch einmal alles Gut gegangen. Am Rückweg meinte Nathalie, ich sollte vorne weg reiten. Strohballen und sonstige Hindernisse sind gut um Kommandos zu lernen und zu üben. Daher um den Strohballen, einmal, zweimal oder einen Achter. Was ich nicht bedacht hatte, dass die nachfolgenden Pferde das auch machen wollten. Der Herdentrieb. Da die Reiter der Gruppe jedoch Anfänger waren, hat mich Nathalie gebeten dies zu unterlassen und in Keks Tempo zur Finca zurück zu reiten. Ich bin mit Keks in allen drei Gangarten über die gemähten Getreidefelder im Schritt, getrabt und galoppiert. Versammelten Galopp kennt er noch nicht, er will immer nur Vollgas voran gehen. 

Früh übt sich. Reitbetrieb für Kleine.

Es wird Zeit für die Überstellung der Pferde, dachte ich, und habe mit einer Pferdespedition Kontakt Mitte Juni 2018 aufgenommen. Man machte mir einen Transportvorschlag für den 12.07.2018, um die Pferde von der Finca nach Deutschland auf einen Standort in meiner Nähe zu bringen. Am 2.07.2018 haben wir die für die Einreichung bei den mallorcinischen Behörden bereitzustellenden Unterlagen erhalten. Leider stellte sich heraus, dass wir nicht alle Unterlagen beistellen konnten um eine Transportgenehmigung zu erhalten. Die Finca Registration der Pferde fehlte. Somit ist der Transporttermin hinfällig und verschiebt sich auf unbestimmte Zeit. Das bedeutet für mich, es folgen weitere Flüge auf die Insel. Glaubt mir, es ist anstrengend alle 14 Tage für 3 bis 5 Tage auf die Insel zu reisen.

Doch zuerst muss ich mich schnellstens um Ersatzpapiere kümmern, ID-Karte, Führerschein usw.

LG Kurt

Written by Kurt Jelinek
Liebe Leser, seit 15.05.2019 bin ich mit Keks und Krümel unterwegs nach Barcelona. Aktuell stehen die Beiden bei einem Freund im Hundrück und warten darauf beschlagen zu werden. Der Kunststoff-Beschlag hat sich nicht bewährt. Wir mussten in Montabauer abbrechen, an ein weiterreiten war nicht zu denken, denn die Eiseneinlage der Kunststoff-Beschläge waren beinahe nicht mehr vorhanden. Ab n28.06.2019 geht es weiter. VG Kurt https://kjelinek.jimdo.com/ Wenn Ihr liebe Reitfreunde mein Vorhaben unterstützen wollt und könnt, dann freue ich mich über Eure Zuwendungen unter: JELINEK KURT - AT61 1500 0040 5105 7349